
ingolf

ingolf #1-6
Installation, Film, Musiktheater in sechs Teilen, 2015-2017
ingolf #1 lebt allein Film mit live-Begleitung 17.04./08.05. & 04./25.09.2016
ingolf #2 geht arbeiten live-Hörspiel im Malsaal des Theaters 04./25.09.2016
ingolf #3 wohnt eine temporäre Theater-Konzert-Wohngemeinschaft 28.10.2016/20.01.2017, weitere Aufführungen in den Sophiensaelen Berlin, 11.-14. Mai 2017, Mousonturm Frankfurt, 8.-22. April 2017, Favoriten Festival Dortmund 2018
ingolf #4 zieht aus Umzug durch die Stadt mit Spielmannszügen und Fanfarencorps 21.04.2017
ingolf #5 macht Freunde Oper von allen, Zwischennutzung in der Innenstadt Gelsenkirchens 28./29.04. & 02.—06.05.2017
ingolf #6 geht auf die Bühne eine begehbare Ouvertüre für Orchester, Sopran Solo und Chor im begehbaren Bühnenraum 06.07.2017
Ingolfs Oper beginnt um 5 Uhr früh an einem heiteren Oktobertag im Jahr 2015, just in dem Moment, als in einer 30qm großen Senioren-Wohnung in der Max-Beer-Straße im Berliner Bezirk Mitte die Zeitschaltuhr den kleinen Röhrenfernseher neben dem Bett einschaltet und der Sprecher einer zufällig gewählten n-tv Fernsehdokumentation von fernen Welten erzählt. Die Pendel und Uhren an der Wand des Wohnzimmers ticken vor sich hin, auf der Baustelle auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt der Arbeitstag. In den folgenden 20 Stunden wird der Bewohner der Wohnung, Ingolf Haedicke, das tun, was er immer macht: Kaffee trinken, rauchen, Gurkenbrote essen, elektronische Musikinstrumente löten und dabei darüber nachdenken, wie eine Oper klingen müßte, die so schön ist wie Sirenengesang und bei der man trotzdem «einfach gehen kann, ohne dass man dabei andere stört, man geht einfach weg.»
Ausgangspunkt des Projekts war der Auftrag an den ehemaligen Mitarbeiter des DDR-Rundfunks, einem erklärten Verächter des Zeitgenössischen und passionierten Hobby-Bastler, Ingolf Haedicke, eine Oper zu entwerfen. Seine Vorschläge waren inhaltlich-formaler Ausgangspunkt des Projekts ingolf und führten von der filmischen Dokumentation seines Alltags, über die detailgetreue Nachbildung seiner Wohnung als immersive Sound-Installation, bis hin zu der ‚Umsetzung‘ seines Opernentwurfs mit Chor und Orchester. In einer eigenwilligen Kombination von Dokumentarfilm, Installation, Performance und realer Wohngemeinschaft verschiebt Ingolf die Grenzen von Fiktion und Dokumentation, von Alltag und Oper.
Film, Musik, Regie: Daniel Kötter, Hannes Seidl
Szenografie: Rahel Kesselring
Dramaturgie: Anna Grundmeier (MiR) Roland Quitt (FeXm)
Modellbau: Susan Waeckerlin
Umsetzung Bühnenbildbau: Büro unbekannt Berlin (Dominik Steinmann & Ben Clark)
Produktionsbüro: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro
Eine gemeinsame Produktion des Musiktheater im Revier mit dem Fonds Experimentelles Musiktheater
9/2015-6/2017 Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen